Coronavirus und die möglichen Auswirkungen für Arbeitnehmer

Das Coronavirus greift weltweit um sich und trifft die deutsche Wirtschaft von Tag zu Tag härter. Unternehmen der Reise- und Tourismusbranche gehörten zu den ersten Verlierern der Pandemie, die eine weltweite Wirtschaftskrise im Schlepptau hat. Flüge werden gestrichen, Messen abgesagt oder verschoben und Hotelreservierungen storniert. Seit einigen Tagen werden in vielen Städten Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt. Das betrifft Konzerte ebenso wie Spiele der Fußball-Bundesligen.

Es gibt mittlerweile viele Branchen, die mittelbar oder unmittelbar vom Coronavirus betroffen sind. Manche Firmen müssen ihre Produktionsbänder stoppen, weil notwendige Teile aus Asien fehlen. Andere Betriebe stehen komplett still und versuchen, irgendwie mit den finanziellen Auswirkungen zurechtzukommen. Zwar hat die Regierung wirtschaftliche Hilfen versprochen, doch fraglich ist, ob die Unterstützung überall ankommt, wo es nötig ist. Insbesondere für Klein- und mittelständische Unternehmen ohne große Rücklagen könnte das Coronavirus zu einer existenziellen Bedrohung werden.

KMU sind besonders betroffen

Viele Unternehmen reagieren auf die Corona-Krise mit dem Abbau von Überstundenkontingenten, der Anordnung von Betriebsferien oder der Einführung von Kurzarbeit (mehr dazu bei der Bundesagentur für Arbeit). In Branchen, in denen Arbeiten im Home Office möglich ist, wird auch diese Option angeboten. Sinnvoll kann es auch sein, Notfallpläne zu erstellen, um die schwierige Phase mit einer Minimalbesetzung zu überstehen.

Sofern ein Arbeitnehmer selbst an Covid-19 erkrankt ist, bleibt in Sachen Gehalt alles beim alten. In den ersten sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber, danach die Krankenkasse. Auch wenn das ganze Unternehmen schließt, haben die Mitarbeiter weiterhin ihren normalen Lohnanspruch. Das Betriebsrisiko liegt beim Arbeitgeber.

Wie gesagt, die meisten großen, wirtschaftlich gesunden Unternehmen stellt das i.d.R. kein Problem dar. Was aber soll der kleine Familienbetrieb mit wenigen Angestellten machen? Wenn das finanzielle Polster schwindet, alle Gegenmaßnahmen nicht richtig greifen und auch die wirtschaftlichen Hilfen nicht ausreichen, kommt es fast zwangsläufig zu Kündigungen. Kommt kein „frisches Geld“ in die Kassen, trifft es zunächst die Mini-Jobber und Teilzeitkräfte, später die Festangestellten.

Was tun bei Kündigungen aufgrund von „Corona“?

Wenn das Coronavirus verantwortlich für Kündigungen ist, ändert das nichts an Ihren Rechten als Arbeitnehmer. Auch hier kann es sinnvoll sein, eine Kündigungsschutzklage prüfen zu lassen, um ggf. eine Abfindung oder zumindest das bestmögliche Zeugnis zu bekommen. Ändert sich die wirtschaftliche Lage schlagartig zum Besseren, könnte sogar eine Klage auf Weiterbeschäftigung erfolgversprechend sein.

Aber denken Sie daran: Für die Kündigungsschutzklage haben Sie nur 3 Wochen Zeit!

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